AUGE/UG, Paiha: „Wer die 'Einkommensschere' schließen will, darf die 'Arbeitszeitschere' nicht ignorieren!“

, auge-logo_100Unterstützung für GPA-djp Vorstoß zu Sonder-KV-Runden für Frauen – zusätzlich Mindestlöhne und Mindestarbeitszeiten bei Teilzeit gefordert

„Der Vorstoß der GPA-djp über Sonder-KV-Runden die Lohnschere zwischen Männern und Frauen zu verringern ist absolut unterstützenswert. Grundsätzlich sollten im Zuge der alljährlich stattfindenden, regulären KV-Verhandlungen neben prozentuellen Lohnerhöhungen noch stärker die Erhöhung um Mindest-Fixbeträge verhandelt werden, da Fixbeträge unteren Einkommensgruppen – und in diesen finden sich besonders viele Frauen – besonders zu gute kommen,“ so Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG – Alternative und Grüne GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen.

 

„Angesichts der dramatischen Reallohnverluste gerade in den unteren, stark weiblich dominierten, Einkommenssegmenten seit den letzten zehn Jahren und der massiven makroökonomischen Ungleichgewichte innerhalb der Europäischen Union, die mitverantwortlich für die Eurokrise gemacht werden, ist die deutliche Anhebung der Lohneinkommen in Ländern wie Österreich ohnehin ein Gebot der Stunde. Gerade in jenen Branchen, wo besonders viel Frauen arbeiten, könnte damit einmal begonnen werden,“ fordert Paiha.

Gefragt sei bei der Anhebung weiblicher Lohneinkommen allerdings auch die öffentliche Hand: „Im Bereich der Sozialen- und Gesundheitsdienste die von bzw. für die öffentliche Hand erbracht werden, arbeiten zu 79 % Frauen. Die Einkommen in diesem Bereich liegen allerdings um rund 20 % unter den mittleren ArbeitnehmerInneneinkommen. Arbeitsverhältnisse sind von Atypisierung wie Teilzeitbeschäftigung geprägt. Die öffentliche Hand ist dringend aufgefordert, mehr finanzielle Mittel für die Erbringung dieser wichtigen Leistungen bereit zu stellen und für eine deutliche finanzielle Aufwertung und Attraktivierung sozialer Berufe zu sorgen!“

AUGE/UG für Mindestarbeitszeiten und Mindestlöhne bei Teilzeit

Neben der Lohnpolitik müssen Gewerkschaften allerdings auch eine Arbeitszeitpolitik forcieren, welche darauf abzielt, die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen zu schließen. Paiha: „Es braucht einerseits eine drastische Verkürzung der Vollarbeitszeit, um bezahlte wie unbezahlte Arbeit zwischen den Geschlechtern gerechter zu verteilen. Andererseits muss auch Teilzeitarbeit stärker reguliert werden, um Einkommen von Teilzeitbeschäftigten – zu fast 85 % Frauen – zu sichern und einen Fall ins Bodenlose zu verhindern.“

Die AUGE/UG fordert daher einmal mehr einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn von Euro 8/Stunde und Mindestarbeitszeiten die nicht unterschritten werden dürfen. „Wenn wir eine Mindestarbeitszeit bei Teilzeit von z.B. 18 Wochenstunden mit einem entsprechend garantierten Mindesteinkommen fordern, bzw. eine entsprechende Mindestentlohnung, die bei geringeren Wochenstunden nicht unterschritten werden darf, ist uns vollkommen bewusst, dass es entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen – angefangen bei Kinderbetreuung, Pflegeeinrichtungen, flächendeckender Mobilität etc. - braucht, die eine derartige Mindestarbeitszeit ermöglichen. Wir halten allerdings die Diskussion rund um ein Begrenzung der Arbeitszeit nach oben wie nach unten für unumgänglich. Wenn wir die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen schließen wollen, dürfen wir die 'Arbeitszeitschere' zwischen den Geschlechtern nicht ignorieren,“ schließt Paiha.