KIV/UG Oberösterreich: "Landtagsbeschluss - automatisch 1 % weniger Lohnerhöhung für öffentlich Bedienstete - ist beschämend!"

, kiv80KIV/UG fordert alle Gebietskörperschaften auf Verhandlungsergebnisse im öffentlichen Dienst anzuerkennen und umzusetzen!

Wels (OTS) - Der oberösterreichische Landtag hat am 29. September 2011 u.a. beschlossen, dass ab 2012 bei allen Landes- und Gemeindebediensteten (und private Einrichtungen, die die Gehaltsabschlüsse des Landes übernehmen), die Gehalts- und Lohnerhöhungen automatisch 1 Prozent unter den Verhandlungsergebnis zwischen Öffentlichen Dienstgebern und Gewerkschaften liegen.

 

 

Am 1. Gewerkschaftstag der GdG-KMSfB, der zeitgleich stattfand, wurde bereits eine Resolution als Protest mit dem Kernsatz "Gesetzlich verordneter Lohnverzicht ist inakzeptabel!" beschlossen, die die Konsequente Interessenvertretung/ Unabhängige GewerkschafterInnen (KIV/UG) als Bundesfraktion in der GdG-KMSfB voll und ganz unterstützt!

Eingriff in Gehaltssystem ist keineswegs sozial ausgewogen!

"In einer Zeit, in der Errungenschaften wie die Sozialpartnerschaft und auch Werte wie Solidarität nur mehr Schlagworte sind, verwundert es leider auch nicht mehr, dass der Oberösterreichische Landtag diese Maßnahme gesetzlich verankert hat. Es ist beschämend, dass derartige Maßnahmen und Eingriffe in unser Gehaltssystem als sozial ausgewogen bezeichnet werden. Die KIV/UG-Oberösterreich verwehrt sich vehement gegen diesen Beschluss des Landtages!", sagt Personalvertreter an der Dienststelle Soziales und Soziale Hilfen im Welser Magistrat und Landessprecher der KIV/UG-OÖ, Clemens Schiehauer, über die "automatisierte" Lohnkürzung.

Kürzung trifft besonders Fraueneinkommen!

Waltraut Greutter-Greunz, ebenfalls Personalvertreterin der KIV/UG im Bereich Kindergarten und Horte, Mobile Beratung im Magistrat Wels, kritisiert insbesondere die Vorgangsweise: "Verhandelt wurde ausschließlich mit der Personalvertretung der Landesbediensteten, obwohl die Gemeindebediensteten ebenfalls betroffen sind. Und wieder einmal verhandeln mehrheitlich Männer eine Maßnahme, welche vor allem viele Frauen betreffen wird, da diese mehrheitlich in den Bereichen Kindergärten, Horte und in Gesundheitsberufen tätig sind. Kein Wunder, dass die Einkommensschere nicht nur zwischen Arm und Reich sondern auch zwischen Männern und Frauen nach wie vor auseinander driftet!"

"Es ist endlich an der Zeit, ein ernsthaftes Signal zu setzten und einen fairen finanzierungsbeitrag von Vermögenden und Konzernen zu verlangen. es ist unzumutbar, dass die politischen Verantwortungsträger die Finanzierungsprobleme auf dem Rücken der Bediensteten und Beschäftigten austragen", schließt Greutter-Greunz.

"Vom Vorsitzenden der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport und Freie Berufe sind noch Gespräche mit dem Städte- und Gemeindebund vorgesehen - dies befürworten wir als KIV/UG natürlich. Wir möchten allerdings festhalten, dass bei erfolglosen Verhandlungen weitere gewerkschaftliche Maßnahmen unabdingbar sind", fordert der Landessprecher der KIV/UG-OÖ von der GdG-KMSfB-Gewerkschaftsführung ein!

Öffentlich Bedienstete verdienen Respekt und Wertschätzung - keine verordneten Minusrunden!

"Bereits letztes Jahr hat der Salzburger und der Kärntner Landtag den Gehaltsabschluss der öffentlich Bediensteten, verhandelt von den Gewerkschaften GdG-KMSfB und GÖD nicht umgesetzt. Die KIV/UG schickt allen Verantwortlichen der Parteien, egal ob SPÖ, ÖVP, Grüne oder FPÖ/BZÖ, eine klare Botschaft: Die Öffentlich Bediensteten, insbesondere die Bediensteten der Kommunen und Städte verdienen Respekt und Wertschätzung. Gesetzlich verordnete Minus-Lohnrunden zeigen nur die politische Verantwortungslosigkeit der Landesregierungen. Wir fordern von allen Gebietskörperschaften, dass ohne Wenn und Aber das Verhandlungsergebnis für die Löhne bzw.
Gehälter der öffentlich Bediensteten umgesetzt wird", betont Thomas Kerschbaum, Bundessprecher der KIV/UG und Mitglied des Bundespräsidiums der GdG-KMSfB.