Blanker Hohn: Tagesbetreuung für Kinder des Flüchtlingslager Kara Tepe

Ankündigung des Aufbaus einer Tagesbetreuung ist an Abgehobenheit nicht zu überbieten

Dass es noch schlimmer geht als im abgebrannten Flüchtlingslager Moria, ist eigentlich nicht fassbar. Und trotzdem erreichen uns jeden Tag, Bilder der schrecklichen, nicht zu akzeptierenden Situation, so Vera Koller, Vorsitzende der unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB.

Kinder, die im Schlamm und Dreck liegen, von Ratten gebissen werden und in unerträglichen Zuständen dahin vegetieren. Aber nicht nur Kinder sind besonders betroffen. Geflüchtete hausen ohne Zukunft, ohne Perspektive, Krankheiten breiten sich aus und alle schauen zu. Wollen wir wirklich, dass Europa so aussieht, fragt Vera Koller

Jedes Nichthandeln führt zur Mitschuld an massiven Menschenrechtsverletzungen mitten in Europa. Die sofortige Schließung des Lagers vor Ort und eine Verteilung der Menschen in Europa kann die einzige Antwort sein. Alle handelnden Personen sind gefordert, endlich Verantwortung zu übernehmen. Eine Tagesbeschäftigung der Kinder ohne Perspektive ist eindeutig zu wenig, so Koller abschließend.