Unabhängige Gewerkschaftsfraktion im ÖGB (UG): Universitäten haben keine Lobby – und die Jugend zahlt den Preis

Bundesvorsitzende Marion Polaschek: „Wer heute bei Hochschulen spart, gefährdet den Wohlstand von morgen“

Die angekündigte nominelle Konstanz des Universitätsbudgets für die Periode 2027 bis 2029 ist keine echte Absicherung der Hochschulen. Sie verschleiert vielmehr, dass bei Inflation, steigenden Gehältern und höheren Betriebskosten real gekürzt wird.

„Nominell gleich bedeutet unter diesen Bedingungen real weniger. Die Kommunikation über das Universitätsbudget ist daher intransparent und gegenüber den Betroffenen unfair“, erklärt die Bundesvorsitzende der Unabhängigen Gewerkschaftsfraktion im ÖGB, Marion Polaschek. „Offengelegt wird nicht, welche Folgen diese Politik für Beschäftigte, Studienangebote, Forschung und junge Menschen haben wird.“

Besonders problematisch sei, dass Universitäten in Österreich über keine ausreichend starke politische Lobby und zu wenige verlässliche Verbündete verfügten. Während andere Interessen wirksam vertreten würden, drohe bei den Hochschulen eine Budgetkonsolidierung auf Kosten jener, die Forschung, Lehre und den laufenden Betrieb sichern.

„Anstatt den Stellenwert von Wissenschaft und Forschung in Österreich zu heben, entsteht der Eindruck, dass die Regierung im Windschatten populistischen Uni-Bashings ideenlose Sparmaßnahmen durchsetzen will“, so Polaschek. „Das geschieht auf dem Rücken der Beschäftigten, vor allem aber auf Kosten der Jugend und der Zukunft der Republik.“

Die Beschäftigten an den Universitäten hätten in den vergangenen Jahren bereits niedrige Gehaltsabschlüsse und Reallohnverluste hinnehmen müssen. Nun sollten sie offenbar erneut für politische Versäumnisse und Managementfehler der politisch Verantwortlichen zahlen.

„Das ist keine verantwortungsvolle Budgetpolitik“, betont Polaschek. „Gerade in Zeiten von Krisen, hoher Teuerung und wachsendem Bedarf an qualifizierten Fachkräften darf nicht bei Bildung und Wissenschaft gespart werden.“

Die UG warnt vor den langfristigen Folgen: „Junge Menschen, die heute höhere Bildung anstreben, werden morgen den wissenschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand Österreichs tragen. Wer ihre Studienbedingungen, Betreuungsqualität und Zukunftschancen verschlechtert, spart kurzfristig am Budget und zahlt langfristig mit weniger Wohlstand, weniger Innovation und weniger sozialer Sicherheit.“

Die UG fordert volle Transparenz über die tatsächlichen Auswirkungen der Budgetplanung sowie eine Universitätsfinanzierung, die Inflation, Gehaltsentwicklung und reale Kostensteigerungen berücksichtigt.

„Universitäten sind keine Kostenstelle, bei der man im Schatten fehlender öffentlicher Aufmerksamkeit kürzen darf. Sie sind eine Investition in die Zukunft Österreichs“, so Marion Polaschek abschließend.

Hier findest du die Presseaussendung als OTS.


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